[Kein Titel]
von Arthur am 04.09.2015 um 21:36 Uhr

Das Vorstellungsvermögen von Menschen erschließt sich bei Körpern in Länge, Breite und Höhe. Man sagt dazu auch dreidimensional. Die vierte Dimension, ich möchte es mal als das Werdende bezeichnen, ist schwerer vorstellbar. Das göttliche Empfinden, bzw. die Erfahrung, wird in ihrer öffentlichen Auswertung daher dreidimensional erklärt und wiedergespiegelt. Es entstehen die sogenannten Göttertriaden in den verschiedenen Kulturkreisen der Menschheit. Oft wird der Anfangslaut der drei göttlichen Haupteigenschaften zu einem Begriff verschmolzen. Im Altgriechischen war es TARTANOS, EROS und GAYA (nicht sicher, vielleicht auch Okeanos) die nach dem CHAOS die Ordnung der Welt schufen. Der Oberbegriff des Göttlichen im altgriechischen Vokabular lautet: "TEO". Das merkwürdige ist, dass im Mexikanischen und deren kulturellen Vorfahren das selbe Lautwort verwendet wurde. Es gibt auch den geläufigen Begriff: "TEO-TIHUACAN-KULTUR".

Im Alten Testament ist die Welt auch dreigeteilt. Sie zerfällt in Himmel, Erde und Abgründe. Bei der Geschichte von Kain und Abel wurde Abel von Gott liebgewonnen. Er war Schäfer, Kain war aber Ackersmann. Im Kulturkreis der Maya und ihrer Vorfahren, gab es keinen Ackersmann. Der "Herr der aufgebrochenen und erhobenen Erde" neidete dem Sterblichen sein Vergehen an der Verletzung des Bodens bzw. der fruchtbaren Erde. Nur mit einem Stöckchen durfte der Erdboden angestochen und ein Maiskorn eingelegt werden. Da die Bewahrung der Schöpfung und Natur einen weitaus größeren Beiwert als in unseren historischen Kulturkreis hatte, erklärt es sich von selbst, dass die religiöse und gesellschaftliche Lebensweise eine andere war als wir es aus der Geschichte her kennen. Die Mayakunst und die religiösen Lieder bestimmten den Tagesablauf des tiefreligiösen Volkes. Was sich zwischen Himmel und Erde abspielt, hat seinen Niederschlag innerhalb des Einzelnen und innerhalb der Ober- und Unterschicht. QUETZALCOUATL ist nicht nur der Vermittler zwischen der Wut der beweglichen Himmelskörper auf die Beziehung Fixsterne und Erde, sondern auch der Vermittler zwischen dem Neid des menschlichen Geistes auf die Beziehung Seele und Herz. Die religiöse Geschichte wurde durch einen genauen Kalender datiert und in Stein gemeiselt. Die Mayareligion ist eine Erfahrungsreligion erster Güte.

Göttertriaden gibt es auch in der babylonischen Weltschöpfung: Tiamat, Apsu und Mumu; in der ägyptischen Weltschöpfung waren es Nun, Nut, und Ra (Re). Interessant ist das Ideogramm der Sumerer (siehe Keilschrift), es bedeutet ein sich ausdehnender, umzäumter Raum. Das erinnert mich an die beiden Ideogramme (siehe Mayazeichen) den Herrn der aufgebrochenen und erhobenen Erde der "Teotihuacan-Kultur". Die Mayareligion ist daher nicht nur rückblickend sondern lebendig zukunftsgewannt.

Arthur


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